Jens Weidner siegt bei Weihai ITU Triathlon 2012

Heute einmal News vom anderen Ende der Welt. Mein Zwillingsbruder Jens wohnt seit einigen Jahren in Shanghai / China. wir haben einen gemeinsamen sportlichen Werdegang: mit 6 Jahren zum Judo, das über 25 Jahre mit großem Aufwand und viel Erfolg betrieben. ich bin dann parallel dazu schon vor einigen Jahren in den Ausdauersport eingestiegen, Jens ist nach etwas Auszeit diesen Winter auf den Triathlon-Zug aufgestiegen. Ich wusste genau dass diese “Training-Total” ihn fesseln wird. Mittlerweile hat er schon 3 Olympische Distanzen in China absolviert – die letzte mit großem Erfolg…aber lest selbst: er hat einen Bericht geschrieben:

Jens berichtet: Den ersten Erfolg in meiner jungen Triathlonkarriere konnte ich am 22.9.2012 beim Weihai ITU Premium Asian Cup feiern. In meinem erst dritten Start ueberhaupt siegte ich auf der auf der Olympischen Distanz im Rennen der Altersklassen deutlich vor den chinesischen Lokalmatadoren. Die huepsche Hafenstadt Weihai liegt ganz im Osten der chinesichen provinz Shandong, ca. 150km von Qingdao entfernt. Chinaweit is Weihai mit seinen Sandstraenden als Urlaubs und Badestadt bekannt. In Sachen Triathlon spielt Weihai eine Vorreiterrolle in China. Als olympische Sportart wird Triathlon Chinaweit mit immensem Aufwand gefoerdert. Im Jahr 2014 wird in Weihai die Weltmeisterschaft der ITU ueber die Langdistanz ausgetragen.Am Samstag, 22.9., wurde das Rennen auf der olympischen Distanz und am 23. das Rennen auf der doppelten olympischen Distanz im Ramen der ITU World Series ausgetragen. Als Triathlon Neuling wollte ich es nicht uebertreiben und startete auf der Kurzdistanz.Trotz meiner bereits zwei Starts in den vorangegengenen 5 Wochen konnte ich mein Leistungsnivieau nicht richtig einschaetzen. Am 18.8. war ich beim ersten Start ueberhaupt zwar bereits zweitbester Auslaender. Doch die 2h44 beim Hitzerennen in Chizhou, Provinz Anhui waren alles andere als eine Topzeit. Nach einer durchwachsenen Schwimmleistung und guter Radzeit war ich damals wie die meisten anderen bei 37 Grad im Schatten unter der drueckenden Sonneneinstrahlung foermlich geschmolzen und mehr ins Ziel gelaufen als gerannt. Zwei Wochen vor Weihai, beim Rennen in Chengdu, Provinz Sichuan, konnte ich zwar meine Schwimmzeit verbessern und dank ‚nur‘ 30 Grad auf dem Rad fuer meine Verhaeltnisse ordentlich Gas geben. Auf der Laufstrecke habe ich aber wiederum ordentlich Zeit vertroedelt. Die 2:24 machten jedenfalls schon mal Hoffnung auf eine zufriedenstellende Zeit fuer Weihai.Doch nach der Streckenbesichtigung am Freiitag war ich mir dessen nicht mehr so sicher. Einer schoenen Schwimmeinheit am Strand mit 2 Runden je 750 und jeweils 100m Verbindungslauf im Sandstrand folgen 2 Runden auf der anspruchsvollen 20.8 km Radstrecke. Die Strecke folgt erst der Kuestenstrasse auf und ab, rechts und links mit einigen scharfen blind genommenen Kurven und fuehrt dann quer durch eine Huegellandschaft in die Stadt zurueck. Schluesselstelle ist ein 1.4 km lange, bis zu 10 Prozent steiler Anstieg mit steiler Abfahrt bei km 13 und anschliessendem ebenso steilen 800m langen Anstieg. Abschliessend eine schoene aber anstengende Laufstrecke, 2 mal 5km Wendepunktstrecke mit mittigem Huegel der also 4 mal zu ueberqueren ist. Eine neue Topzeit war also nicht drin aber vielleicht kann ich ja auf der huegeligen Strecke endlich ein AK Sieg feiern nach den beiden zweiten Plaetzen.
Nach Ruecksprache mit meinen Expertenratgebern in Germany war die Strategie fuer das Rennen klar: ‚Vollgas und sehen was passiert‘Gesagt getan. Gestarte wurde am naechsten Tag dank offiziellen 23 Grad Wassertemperatur ohne Neopren. Gefuehlte Wassertemeperatur war einige Grad kaelter aber da war nichts zu machen.

Meine chinesischen Kollegen verrieten mir spaeter dass es wohl eine Entscheidung zugunsten des chinesischen Hauptsponsors NSA war ohne Neo zu schwimmen, denn NSA hat noch keinen Neopren im Program und dementsprechend waeren alle Chinesen benachteiligt gewesen. NSA unterhaellt ausserdem gute Kontakte zum Sportministerium, ohne Kommentar.
Nach anfänglichen Problemen beim Schwimmen, beispielsweise meiner gerrissenen nagelneuen Schwimmkappe chinesischer Qualitaet, ging es ueber den Sandstrand im Sprint los. Dank der morgendliche Ebbe verkuerzte siche die Schwimmstrecke um ca. 200m, die aber nicht an Land, sondern im Kniehohen Wasser zurueckgelegt werden mussten. Eine pulstreibende aber schnelle Angelegenheit. Dank der verkuerzten Schwimmstrecke kam ich gut und fit in etwas ueber 24 minuten aus dem Wasser und konnte im Wasser, am Strand und auf der Strecke zum ersten Wechsel bereits zwei oder drei Wettbewerber uebersprinten. 
Vollgas auf der Radstrecke war die devise und dementsprechend viele Plaetze machte ich auf den ersten anspruchvollen 8km gut. Im Grossen verlief die erste Runde sehr gut auch wenn ich nach km 8 keinen anderen Starter mehr weder vor noch hinter mir sah. Dass ich nicht versehentlich falsch abgebogen war zeigten mir die unerwartet vielen Zuschauer ueberall entlang der Strecke. Es waren wohl mehrere tausend die an jedem Anstieg mit Kind, Opa und Oma wirklich jeden Starter hochtrommelten, -tanzten oder einfach nur schreiten. Ausserdem kreisste der Kamerahelikopter seit einiger Zeit ueber fuer was es nur zwei moegliche Erklaerungen gab. Entweder brauchten sie ein auslaendisches Gesicht in der Linse oder ich war nahe den Fuehrenden. Sehr sehr tolle Erfahrung mitten in China.Auf der zweiten Radrunde sorgten die langsamen Teilnehmer der spaeteregestarteten Sprintdistanz und des Frauenrennens fuer willkommene Abwechslung und machten jeden Anstieg durch Ueberholmoeglichkeiten ertraeglich. Chinesen sollten definitiv mehr Bergtraining machen. Ganz am Ende des letzten langen Anstiegs konnte ich einen weiteren Starter der Kurzdistanz ueberholen der sichtlich unter der Steigung litt. Den Kollegen kannte ich schone vom Rennen in Chengdu, 2 Wochen vorher, als er immerhin 6 Minuten vor als mir ins Ziel kam. Ich war also schnell unterwegs. In der Wechselzone war die Ueberaschung trotzdem sehr gross: kein einziges Rad zu sehen. Englischsprechende Zuschauer erklaerten mir ich sei scheinbar wirklich der Fuehrende. Super. Zwar wurde ich in der Wechselzone nochmal ueberholt, konnte aber in bei Laufkilometer 1 kontern und wurde ab dann nur noch vom Fuehrungsradler begleitet. Am ersten Wendepunkt bei 2.5 km hatte ich bereits eine Minute Vorsrprung auf die Verfolger. Ich fuehlte mich sehr gut, legte nochmal einen Zahn zu und lief das Rennen strahlend zu Ende. Im Ziel angekommen konnte ich mich vor lokalen Kamerateams, Fotographen und Interviews in Chinesisch und Englisch kaum retten.
Alles in allem kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Der Veranstalter belohnte sie auch noch mit einem roten Preisgeldumschlag und einem Blumenstrauss.Am naechsten Tag konnte ich die Langdistanz in Ruhe anschauen und den Sieg von Nikolay Yaroshenko (Russ) sowie Caroline Steffen (SUI) bewundern.Ein paar links in Chinesisch:http://www.whnews.cn/news/node/2012-09/23/content_5458037.htmhttp://news.xinhuanet.com/sports/2012-09/23/c_123749834_2.htm
Danke an Jens Weidner für den Bericht

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.